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CANALETTO – Projektausstellung in der Immatrikulationshalle

Avatar of andreas.printz andreas.printz - 11. March 2019 - Studienalltag, Aktuelles

von Clara Veith, Johann-Christian Hannemann, Felix Lüdicke

Am 07.02.2019 eröffneten die Masterstudenten am Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und öffentlicher Raum unter der Leitung des Teams um Prof. Regine Keller, Gast-Professorin Silvia Benedito (GSD Harvard), Tanja Gallenmüller (Callwey Verlag), Johann-Christian Hannemann und Felix Lüdicke die Ausstellung „Canaletto — Open Spaces along the Nymphenburg–Biedersteiner Canal“ in der Immatrikulationshalle der TU München. --> Weiterlesen

Schon von außen leuchten die sieben Tische in der strahlenden Farbe — „living coral“ — durch die große Glasfront. Links und rechts vom Eingang sind die Modelle der Studenten aufgereiht. Sie geben eine erste Ahnung der Entwürfe und können auf dem Rückweg noch einmal eine präzise dreidimensionale Vorstellung der einzelnen Projekte bieten.
Die im Kreis um eine Säule arrangierten Ausstellungsmöbel wurden von den Studenten aus MDF-Platten konstruiert: je ein Tisch für die sechs Analyse- und Entwurfsteams und ein großer Tisch mit Luftbild und Fähnchen zur Verortung der einzelnen Entwürfe im Projektgebiet. Die Analyse und Entwurfszeichnungen werden in überdimensionierten Büchern präsentiert, die von den Studierenden selbst gefertigt und gebunden wurden.
Im Hintergrund der Halle zeigen zwei selbstgedrehte Filme auf einer riesigen Leinwand, wie Studenten entlang des Nymphenburg-Biedersteiner Kanals einen Weg mit dem Fahrrad suchen. Oft verschwindet der Kanal aus dem Blickfeld. Die Umwege und falsch eingeschlagenen Pfade zeigen, wie sehr das Gewässer in seiner heutigen Form wieder mit der umgebenden Stadtlandschaft verankert werden muss. Und das ist die Aufgabe, die sich die Studenten in dem Wintersemester 2018/19 stellten.
Der Nymphenburg-Biedersteiner Kanal, unter Kurfürst Max II. Emmanuel im 18. Jahrhundert errichtet, war früher gleichberechtigte, repräsentative Infrastruktur zu den Stadtstraßen. Doch während sich letztere immer weiterentwickelten und in die Landschaft erstreckten, verlor der Kanal an Einfluss. Heute ist der Kanal in der Stadtstruktur stark vernachlässigt und versteckt sich hinter dichter Vegetation und unter Asphaltdecken.
Die Entwürfe der Studenten lassen diese wichtige Freiraumstruktur für Mensch, Tier und Pflanze wiederaufleben. Seine historischen Wurzeln, seine Bedeutung als Lebensraum für Tier und Pflanze, sein Beitrag zum Stadtklima und seine Nutzung als Infrastruktur und Freizeitort wurden im Laufe des Projektes genau untersucht. Daraus gingen Entwürfe zu sechs Themenfeldern hervor. Alle zeigen die versteckten Qualitäten und das Potential des Nymphenburg-Biedersteiner Kanals als stadtquerende Infrastruktur.
Nach ihrem Gastspiel in der Immatrikulationshalle in München ist die Ausstellung nun über die Semesterferien im Foyer des Instituts für Landespflege und Botanik in Freising zu besichtigen. Eine anschließende Präsentation im Hochhaus des Planungsreferats der Stadt München ist ebenfalls in Planung.
Weitere Informationen und Fotos: www.lao.ar.tum.de/ausstellungen/canaletto/

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