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Präsentationschancen - Landschaftsplanungsprojekt 3 Trient Nord

Avatar of andreas.printz andreas.printz - 18. April 2019 - Aktuelles, Studienalltag, Lehre, International

von Martina van Lierop, Bigna Abderhalden und Judith Kloibhofer

Das Wetter in Trento, Italien, war eine angenehme Überraschung. Es war warm und sonnig. Ein starker Kontrast zu den stürmischen Bedingungen Ende Oktober, als wir das Gebiet von Trient Nord für das Landschaftsplanungsprojekt 3 erkundet haben. Zum Glück waren wir damals in den schlimmsten Stunden drinnen und hörten Vorträge der kommunalen Vertreter und Dozenten der Universität Trento an. Sie gaben uns Impulse für unser Projekt, wie zum Beispiel zur historischen Entwicklung der Stadt, dem lokalen Klima, sozialen Themen sowie zu zukünftigen regionalen und grünen Infrastrukturplänen. Im März wurden einige von uns eingeladen, die Ergebnisse des Projekts den Vertretern der lokalen Nachbarschaftsräte, Beamten der Stadt Trient sowie Forschern und Studenten der Universität Trient vorzustellen. --> Weiterlesen

In den vergangenen Jahrzehnten führte eine ungeregelte bauliche Entwicklung in Trient Nord zu einer Zunahme zerstreuter Siedlungs- und Industriebereiche im peri-urbanen Raum. Außerdem sind die Stadtrandbereiche heutzutage geprägt von verteilten intensiven landwirtschaftlichen Restflächen und einem Mangel an qualitativ hochwertigen, zusammenhängenden Freiflächen. Die zentrale Frage des Projekts ist, wie hier eine multifunktionale grüne Infrastruktur entwickelt werden kann, die die Raum- und Lebensqualität verbessert.

Fünf Teams, bestehend aus Studierenden des zweiten Studienjahres des Bachelorstudiengangs Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung und des ersten Studienjahres des Masterstudiengangs Naturschutz und Landschaftsplanung, entwickelten Transformations- und Umsetzungsstrategien für Teilbereiche des Gebiets Trient Nord. Die Strategien beschäftigten sich mit besonderen Herausforderungen der Freiraumentwicklung und gliederten sich in vier unterschiedliche Teilthemen: die gesunde Stadt, die klimaangepasste Stadt, die ökologische Stadt und die produktive Stadt.

Gut vorbereitet mit unseren Plakaten unter dem Arm wurden wir im Gemeindezentrum von Gardolo im Norden von Trient empfangen. Dort startete Bigna Abderhalden nach einer kurzen Einführung in das Projekt mit der Präsentation von Lösungen zur Hitzeanpassung. Bald stellte sie fest, dass öffentliche Vorstellungen Flexibilität erfordern. Um dem Publikum mehr Einblick zu geben, wechselte sie schnell von der Präsentation mit einem Beamer zu einer persönlicheren Interaktion mit dem Publikum, indem sie die Poster auf dem Tisch erklärte.
Die Präsentation der eigenen Arbeit vor Interessengruppen kann eine gewaltige Aufgabe sein, auch wenn man schon Erfahrung hat. Wie Judith Kloibhofer bemerkte: "Die eigene Arbeit bereits im zweiten Jahr zu präsentieren, ist irgendwie beängstigend. Aber es ist auch eine gute Gelegenheit Einblicke in die Praxis der Planung zu gewinnen. Und auch wenn man sich noch nicht wie ein Experte fühlt, bekommen wir die Wertschätzung als wären wir welche. Die Präsentation hier zeigt, dass wir in den letzten eineinhalb Jahren schon sehr viel gelernt haben und bietet die Möglichkeit dies auch der Öffentlichkeit zeigen zu können."
Die Anwesenden waren beeindruckt vom Arbeitsniveau und lobten die Kombination von Funktionalität und Vision. Wie ein Ratsmitglied sagte: "Derartige Ideen lassen die Menschen, insbesondere Politiker und lokale Behörden, über die Herausforderungen und Möglichkeiten dieser Gebiete nachdenken. Auch wenn es mutige Lösungen sind, wie die Schaffung eines 200 Meter breiten Frischluftkorridors in einem bebauten Gebiet". Die Überlegung, ein Industriegebiet in einen grünen Gewerbepark umzuwandeln, löste schon eine kleine Diskussion über die zukünftige Entwicklung der Gebiete nördlich der Stadtgrenze Trient Nord aus. Insbesondere die Vorschläge, Straßen in grüne Korridore zu verwandeln,  neue Erholungsgebiete auf derzeit brachliegenden Flächen zu schaffen und somit die  Nachbarschaften von Campotrentino und Solteri zu verbinden, sowie die Umwandlung von Brachflächen entlang der Gleise in einen Korridor für die urbanes Landwirtschaft zwischen Gardolo und Roncafort wurden von den Vertretern der jeweiligen Gebiete gut aufgenommen.  
Mit großer Befriedigung und ohne Plakate verließen wir Gardolo. Sie bleiben in Trient, um in der Gemeinde gemeinsam mit den zukünftigen Arbeiten der Studenten der Trento Universität ausgestellt zu werden. Die Herausforderung für die italienischen Studenten besteht darin, unsere Arbeit in einem ähnlichen Projekt im Sommersemester zu übertreffen.

Das Landschaftsplanungsprojekt 3 Trento Nord wurde im Rahmen des Projekts LOS_DAMA! durchgeführt und in Zusammenarbeit mit der Stadt Trento und Trento Universität koordiniert. Unser Dank gilt insbesondere Alessandro Betta für die Einladung, die Organisation der Präsentation und seine Rolle als Gastkritiker.
Weitere Informationen über das Projekt --> LOS_DAMA!

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